Donnerstag, 26. Februar 2009

Das Zimmerchen in Salt Lake

zimmerchen

Genau wie Sumit lebt und arbeitet Kollege Rajesh nicht im Stadtzentrum von Kolkata, sondern in einem Außenbezirk: Salt Lake. Hier ist es ebenfalls ruhiger, grüner und etwas stiller als mitten in der Stadt. Als Rajesh mich fragte, ob er mir für die Zeit hier ein Hotelzimmer (ca 50 Euro pro Tag), eine Pension (ca 30 Euro pro Tag) oder ein Appartment (ca 120 Euro für einen Monat) buchen soll, sagte ich (ganz der vorbildliche Arbeitnehmer :)): "Das billigste. Solang es ne Dusche und einen Ventilator hat und keine Kakerlaken rumkriechen, bin ich zufrieden." So wohne ich jetzt in dem sogenannten Appartment. Es ist ein Zimmerchen, das seine besten Tage schon gesehen hat, aber es erfüllt die von mir genannten Kriterien. Obwohl - warmes Wasser hat die Dusche nicht. Da das in Indien nicht zentral geregelt ist, braucht jeder, der warm duschen will, einen Boiler daheim. Ich könnte mir von meiner Vermieterin immer einen großen Eimer heißes Wasser geben lassen, den dann mit kaltem mischen und mich damit abduschen (ein kleiner Gießeimer ist im Set enthalten). Da es hier aber so heiß ist, habe ich es bisher ganz gut geschafft, auch kalt zu duschen. Das Zimmer liegt im Erdgeschoss und ist mit drei großen Schlössern vor der Außenwelt gesichert. Wenn ich also heimkomme, muss ich mich erstmal hier in Fort Knox durch die Sicherheitskontrollen zwängen. Morgens höre ich hier den Milchmann, den Postboten, den Kartoffelmann, den Wäschemann (nehme ich zumindest an, ich verstehe ja nicht, was sie rufen) und sonstige Anbieter vorbeidüsen, die ihre Dienste lauthals anpreisen. Da sie das aber nicht so früh machen, ist das völlig in Ordnung. Toll ist, dass ich nur fünf Minuten laufen muss, bis ich im Büro bin. Rajesh hat mir zudem gestern eine Karte gemalt, wo meine wichtigen Ankerpunkte verzeichnet sind: Internetcafe, Frühstücksort, diverse kleine Restaurants für andere Mahlzeiten, ein Markt, ein Kino, ein großer Park, ein Geldautomat. Alles fußläufig. Das Zimmerchen ist also völlig in Ordnung für mich und erinnert an die Studienzeit etwa in China. Der Unterschied allerdings zu den sensationellen Zimmern, in denen ich in Delhi (Le Meridien) und Chennai (GRT Grant) - hier hatte eine halbstaatliche indische Organisation eingeladen - schlafen durfte, ist entsprechend exorbitant. Da hier aber die meisten Unterschiede exorbitant sind, passt auch das perfekt in den Aufenthalt.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Die Traktor-Massage

Während bei uns in der Shampoo-TV-Werbung ein Fokus auf schuppendem Männerhaar liegt, ist in Indien das ausfallende Frauenhaar eher ein Thema. Bis jetzt habe ich nicht verstanden, woran das liegt. Nach der heutigen Massage bin ich etwas schlauer. Nach einem Tag, an dem ich 26 (in Worten: SECHSUNDZWANZIG) Meetings hatte, alle mit indischen Fabrikanten, die ihre Produkte verkaufen wollen, war ich so platt, dass ich mir eine Massage gönnen wollte. Nach dem letzten Aufenthalt in Indien kannte ich die Aryuveda-Massage und habe sie als sehr sanft, sehr ölig und wirklich entspannend in Erinnerung. 16 Euro kostet die Stunde im hoteleigenen Spa, das ist natürlich billiger als in Deutschland, aber teurer als in China, wo ich letzten November auch die ein oder andere Massage nach den langen Messetagen genossen habe. In China haben die Indien-erfahreneren Kollegen von der Messe noch gelästert: "Ja, wir müssen die Massagen hier in China mitnehmen, in Indien ist das ja alles ganz anders. Was die da unter Aryuveda-Massage verkaufen, ist ja eher eine Art Öl-Streicheln." Ich folge also vertrauensvoll der jungen Frau, die mich in DIE KAMMER führt. Atmosphäre ist hier unwichtig, lediglich ein kleiner Altar für die indischen Götter versucht ein wenig Stimmung zu machen. Musik gibs auch keine. Dafür aber die plärrenden Kinder und keifenden Mütter von der Umkleide des Swimmingpools, die direkt nebenan ist. Diese klopfen auch von Zeit zu Zeit an die Tür, weil meine Masseurin auch die Schlüsselmeisterin der Umkleideschränke ist. Nun gut. Es geht los - zuerst die Haarausreißmassage. Im Sitzen knetet sie meine Kopfhaut, dass mir Hören und Sehen vergeht. Ist bestimmt für irgendwas total gut gewesen, aber angenehm war es nicht. Dann die richtige Massage. Sie zäumt das Pferd, also mich, von hinten auf. Sie beginnt bei den Beinen und Füßen auf der Vorderseite, ich liege also auf dem Rücken. Sie knetet, zieht, drückt, presst was das Zeug hält und ich werde immer angespannter. Normalerweise geht so eine Stunde Massage extrem schnell rum und man würde am liebsten gleich noch eine dranhängen. Glaubt mir, hier nicht. Diese Stunde wollte nicht vergehen. Bin gespannt, wann ich das das nächste Mal wage.

Dienstag, 24. Februar 2009

Tochter? Sohn?

Habe heute meinen neuen Kollegen Srinath kennen gelernt, der im April Vater wird. Als ich fragte, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, erzählte er mir, dass es den Ärzten in Indien verboten sei, diese Info an die Eltern zu geben. Ihr habt wahrscheinlich schon davon gehört, dass es derzeit einen frappanten Mädchenmangel gibt, weil viele Eltern ihre Töchter abtreiben lassen. Anders als in China geht es hier weniger um die Arbeitskraft, die bei einem Jungen größer als bei einem Mädchen. In Indien ist es vor allem die Problematik der Mitgift. Selbst gut verdienende, wohl situierte Väter müssen, wenn sie zwei oder drei Töchter unter die Haube gebracht haben, finanziell gesehen so ziemlich bei Null anfangen. Die Aussteuer oder Mitgift ist oft so hoch, dass sie die Familie der Braut in die Mittellosigkeit stürzt. Damit nun keine weiteren Mädchen abgetrieben werden, dürfen also anscheinend die Ärzte das Geschlecht des Ungeborenen nicht verraten.

Amber-Ford in Jaipur

jaipur-web

Jaipur ist auch als Pink City bekannt, weil viele Gebäude hier in dieser Farbe bemalt sind. Wobei ich es eher als Terrakotta mit Rosastich bezeichnen würde. Aber gut, das sind Spitzfindigkeiten. Nach drei Tagen unterwegs im Goldenen Dreieck (Delhi-Jaipur-Agra) muss ich rückblickend sagen: Am besten hat mir das Amber Fort in Jaipur gefallen. Und warum? War es soviel anders als die anderen beeindruckenden Forts oder Burgen oder Stätten, die ich besichtigte? Wahrscheinlich nicht - aber wie immer sind es die Details. Das Amber Fort hat eine Audio-Führung, die sensationell ist. Verschiedene Stimmen, die sehr anschaulich und farbig die verschiedenen Stellen des Forts beschreiben, und zwar in der Ich-Form: "Ich bin die Empfangshalle. Ich habe viele Könige kommen und gehen gesehen, die in mir ihre Audienzen abgehalten haben...." usw. Wirklich toll. Ich war richtig verzaubert. Es ist ja immer so: Je mehr Zugang man zu etwas bekommt, desto enger wird die Bindung und desto toller kann man es finden. Außerdem hatte dieses Fort noch ein schönes Cafe, in dem ich mit einem leckeren Schokogetränk die sensationelle Aussicht genoss.

Samstag, 21. Februar 2009

Touching Taj Mahal

Von i_agra

Was für ein Erlebnis! So oft gesehen, so viel davon gehört - und jetzt sehe ich es mit eigenen Augen. Aber richtig einfach wird es mir nicht gemacht. Viel Chaos um das Taj herum, viele Stände, viele Verkäufer, viele "Guides", die mir ihr Fachwissen anbieten. Aber ich will es ja allein machen, habe ja schließlich mein schlaues Buch dabei. Mein Fahrer hat mich noch gewarnt: "Du darfst nichts mit reinnehmen, keine Taschenrechner, Handy nur ausgeschaltet, keine Waffen." Ok, Waffen verstehe ich. Farbeimer würde ich auch verstehen. Aber warum keine Taschenrechner? Und warum sind Handys erlaubt, die doch alle Taschenrechner sind? Naja, wird schon nicht so wild sein, dachte ich mir. Ich kenne die Kontrolle in Indien ja mittlerweile. Vor jedem Straßenmarkt, vor jeder Shoppingmall, vor jedem Hotel, vor jeder Messehalle stehen die piepsenden Türrahmen, durch die der Besucher zu schreiten hat. Geht er außen rum, wird er schroff darauf hingewiesen, doch bitte durch den Rahmen zu gehen, der dann auch ob der Schlüsselbunde, Handys, Säbel, Maschinengewehre oder was man eben sonst so dabei hat auch brav lospiepst. Aber das ist dann ok. Es piepst und man darf weitergehen. Manchmal werden auch die Taschen kontrolliert, das bedeutet, ein flüchtiger Blick hinein reicht - der sicherlich nicht nicht die Krummsäbel entdeckt hätte, die ich immer unter meiner Schminkschatulle dabeihabe. Nungut, so habe ich mir das also auch beim Taj Mahal vorgestellt. Doch hier wurde richtig kontrolliert. So richtig mit alles durchwühlen und so. Natürlich entdeckt sie auch meinen Ipod, der nicht erlaubt ist. Außerdem nicht erlaubt: Meine alte Bonbondose und - mein Kuschelstofftier-Fisch! Wirklich! Ein kleines blaues Schlüsselanhänger-Fischlein von fünf Zentimetern Durchmesser! Eine Bedrohung! Ich musste also den ganzen Weg zurückjoggen, alles einschließen lassen, wieder zurück in die Schlange und dann, endlich, betrete ich das Grundstück des Taj Mahal. Der Weg führt durch ein paar architektonische Präliminarien, man schreitet durch den Torbogen und dann taucht es auf. Weiß in der Sonne, blauer Himmel, kreisende Vögel, grüne Wiese und viele buntgekleidete Menschen. Was für ein Anblick. Es war wirklich erhebend. Je näher ich kam, desto erhebender war es. Es ist so schön, dass ich fast weinen musste. Eine Gebäude mit Wirkung, zweifelsohne. An seinem Fuße angekommen muss ich dann meine selbigen ver- oder enthüllen, um den weißen Marmor betreten zu dürfen. Mit sehr vielen anderen Leuten begebe ich mich ins Allerheiligste, also hinein ins Taj, wo noch der Sarg der hochgebohrenen Ehefrau zu finden ist, zu deren Ehren dieses Mausoleum errichtet wurde. Von Ehrfurcht, Andacht, Ruhe ist hier aber nichts zu spüren. Es ist ein Gedränge und Geschubse ohnegleichen. Was aber in Indien natürlich nicht schlimm ist. Was ich aber schlimm finde sind die Wächter. Die müssen für irgendeine Form von Ordnung sorgen und das tun sie, in dem sie in den hohen Marmorhallen mit ihren Trillerpfeifen pusten, was das Zeug hält. Ohrenbetäubend. Hat meine Ehrfurcht ziemlich ernüchtert. Aber auch danach streife ich noch auf dem Gelände umher, beobachte die Menschen und freue mich am Anblick. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
agra-web

Freitag, 20. Februar 2009

Film: Lust auf Straßenflavour?

Über den Verkehr in Indien wurde schon an anderer Stelle alles gesagt. Ja, es sind sehr viele Zwei-, Drei- und Vierräder sowie Zwei- und Vierbeiner auf den Straßen. Ja, es wird extrem viel gehupt – aber die Botschaft ist fast immer: „Pass auf, ich bin hinter dir“ oder „Lass mich doch vorbei“ – und nie wie in Deutschland: „Du hast was falsch gemacht und ich ermahne dich.“ Ja, zwei Spuren werden mindestens dreispurig befahren. Ja, die Staus sind sehr lang und man braucht viel Zeit von A nach B. Aber beeindruckend finde ich wirklich das Fahrverhalten hier. Alle mogeln sich so durch den Verkehr, aber es fehlt vollkommen die Aggressivität, die in ähnlichen Situationen in Deutschland aufkommen würde. Alle fahren gelassen, nutzen die Straßen so gut es geht und tolerieren einander ohne das ständige Ermahnen. Eine extrem hohe Reaktionsfähigkeit, gepaart mit einem ausgezeichneten Augenmaß zeichnen die Autofahrer aus.
Hier habe ich unter Einsatz meines Lebens für euch die Kreuzung Badi Chaupar in Jaipur überquert und dabei gefilmt. Viel Spaß!
h_jaipur

Incredible India: Kontaktlinsen

Als ich am Freitag um fünf Uhr morgens das Haus verließ, um mich in den Zug nach Jaipur zu setzen, bin ich mit Brille auf die Straße gegangen. Etwas, was ich in den letzten zwanzig Jahren vielleicht zweimal gemacht habe. Ich trage immer Linsen. Dieses eine Mal dachte ich, für die frühe Zugfahrt ist es vielleicht besser, dann kann ich noch ein bisschen dösen, ohne dass meine Augen komplett zukleben. Es kommt, wie es kommen muss - als ich die Linsen einsetzen will, stelle ich fest, dass ich nur eine dabei habe. Geschickt, die Dame! Also laufe ich in Jaipur mit Brille rum. Es ist heiß, die Sonne brennt. Die Brille rutscht und eine Sonnenbrille kann ich so auch nicht tragen. Außerdem bin ich als Linsenträger anderen Sehkomfort gewöhnt und werde so langsam richtig schlecht gelaunt. Einen Optiker scheint es nicht zu geben, ich frage zwei Leute. Als ich so über einen Straßenmarkt schlendere, komme ich an einem Shop vorbei, der Sonnenbrillen und angeblich auch "Contact Lenses" hat. Na, das wollen wir doch mal sehen. Dazu muss ich sagen, dass ich derart kurzsichtig bin, dass meine Linsen in den meisten Optikerläden in Frankfurt nicht vorrätig sind. Ein junger Mann sagt, dass er seinen Bruder anrufen muss, aber dass er denkt, dass er die Linsen für mich hat. "Wie lange würde das dauern?" frage ich skeptisch. "Höchstens zehn Minuten." Klar. Zehn indische Minuten vielleicht. Zwei Minuten später kommt der Bruder persönlich vorbei, holt sich die Details, verschwindet wieder, telefoniert, trifft jemanden, kommt wieder. In der Zwischenzeit unterhalte ich mich mit dem jüngeren Bruder über die Unterschiede zwischen China und Indien. Als ich mir eine Cola Light holen will, zieht er selbst los, kauft sie und lässt sie mich noch nicht mal bezahlen.
Von jaipur-web

Etwa 8,5 Minuten, nachdem ich diesen Shop aufgesucht habe, ist der ältere Bruder wieder da, gibt mir die Linsen, ich bezahle und gehe staunend von dannen.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Der Mann unter der Treppe

Das ist etwas, das mich immer noch nachdenklich macht, wenn es mir durch den Kopf zieht. Bei meiner Wirtin Hilda in Noida lebt ein Mann, der mir nachts, wenn ich gegen 12 oder sogar 1 Uhr nach Hause kam (für die Kollegen: Nein, nicht von den wilden Parties, es waren bis auf zwei Treffen mit Sumit und seiner Frau alles geschäftliche Treffen - und die Fahrt von Delhi nach Noida dauert dann eben immer auch nochmal ne Stunde) immer die Tür aufgemacht hat und mir auch morgens oft das Frühstück brachte. Dieser Mann lebt unter der Treppe. Also, was heißt lebt. Er schläft dort eben. Er hat kein eigenes Zimmer und anscheinend auch keine größeren Besitztümer. Hilda sagte mir, dass er schon seit acht Jahren für sie arbeite. Ich habe es Sumit erzählt und ihn um seine Einschätzung gebeten. Er meinte, dass er wahrscheinlich einer dieser Männer sei, die ihre Familie irgendwo entfernt auf dem Land haben, wo sie sehr ärmlich leben. Er ist in die Stadt gezogen und legt jeden Cent zurück, um ihn an die Familie zu schicken. Einmal im Jahr fährt er nach Hause und sieht sie. Sowas kenne ich auch aus China, aber es so vor meinen Augen zu sehen und dieses Deckenlager unter der Treppe, das ist schon sehr real.

Dienstag, 17. Februar 2009

Straßenmarkt: So gefährlich!

Als ich allein durch Delhi streifte, bin ich natürlich auch in den ein oder anderen Straßenmarkt reingestolpert. In der Nähe des Connaught-Places (das Zentrum der Stadt, ein kreisrunder Platz mit drei Straßenringen drumherum, vielen Geschäfte, Cafes und Restaurants) ist er im Gegensatz zu den übrigens stylischen Geschäften ein richtig schöner improvisierter, dreckiger, lauter und bunter Straßenmarkt, wie ich es liebe. Voller Freude steuere ich also darauf zu bis ich von einem jungen Inder aufgehalten werde: "Geh da nicht rein, das ist viel zu gefährlich für dich!". Was meint er? Ich nicke ihm beruhigend zu und gehe weiter. Ein zweiter junger Inder kommt auf mich zu und sagt mir das gleiche. Jetzt bin ich doch ein bisschen beunruhigt. Ich meine, warum sollten sie mir das sagen, wenn da nichts dran wäre? Oder ist es nur die mir schon häufig begegnete Sorge der Einheimischen, dass für mich als Ausländerin etwas zu gefährlich oder zu unpassend ist, was für jeden Inder zum Alltag gehört? Ich beschließe, dass es wohl letzteres ist und betrete den Markt. Natürlich durch den Piepsenden Rahmen. Derart abgesichert :) betrete ich nun also den gefährlichen Markt, der wirklich einfach nur ein normaler Markt war. Abends gehe ich sogar nochmal hin, also im Dunkeln! Und kaufen mir sogar einen Rock für 3,20 Euro. Ich fands nicht gefährlich, aber ich bin immer noch verblüfft über die zweifache Warnung.

Sightseeing in Delhi: Fotos und Mini-Film

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Viel von Delhi - außer den endlosen Wegen zwischen den einzelnen Terminen - habe ich nicht gesehen. Nur ein paar Highlights musste ich natürlich abarbeiten, das verlangt die Ehre. So besuchte ich zumindest das Rote Fort, das Grabmal eines Mogulherrschers und das Grabmal von Ghandi. So kam ich auch mal in den "Genuss" der Diskrimierung, fühlt sich wirklich nicht gut an: Als ausländischer Tourist zahlt man das 25fache an Eintritt zu derartigen Attraktionen wie ein Einheimischer. Die Besuche der drei Monumente waren jedenfalls ihr Geld wert, wie ihr euch auf den Fotos selbst überzeugen könnt. Außerdem hänge ich noch einen richtig coolen Kurzfilm an, mal wieder gute Laune pur.

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Montag, 16. Februar 2009

Mittagessen mit Pari

Und noch einen letzten Kurzeintrag zu unserer Stand-Hostess. Sie wollte mir unbedingt etwas zu essen mitbringen, ich konnte es ihr nicht ausreden. Ihre Mutter ist dafür anscheinend sehr früh aufgestanden und hat dann extra gekocht. Pari hat dann die beiden Gerichte und das Naan-Brot mit auf die Messe gebracht, wo wir es in der Mittagspause verspeist haben.
Von e_pari

Sari-Dialog

Pari: Ma'm, hast du irgendwelche Fotos von dir?
Ich: ??
Pari: Na, Fotos von Dir, im Internet oder per Email oder so?
Ich: Warum sollte ich?
Pari: Naja, ich hab mal welche von mir machen lassen, so ein bisschen aufgebrezelt eben und da dachte, vielleicht du auch.
Ich: Ne, hab ich nicht. Aber schick mir doch mal eins von diesen Fotos.
Pari: In einem Sari würdest du bestimmt toll aussehen.
Ich: Das bezweifel ich.
Pari: Doch, doch, wirklich. Oder magst du keine Saris?
Ich: Ich finde, sie sehen ganz fantastisch aus. An indischen Frauen. Findest du nicht, dass eine Ausländerin damit lächerlich aussähe?
Pari: Nein, überhaupt nicht, du musst unbedingt mal einen anziehen, ich würde dich so gerne darin sehen.
Ich: Nun, ich hab halt keinen und hier auf der Messe lässt sich das wohl auch schwer umsetzen.
Pari: Oh, kein Problem! Ich bring dir einfach einen Sari mit und dann probieren wir das aus, ok?
Ich: Mmhn, nein?! Glaube auch nicht, dass ich da reinpassen würde.
Pari: Doch, doch, das geht. Das sieht sicher toll aus. Ich bringe dir einen mit, ok?
Ich: Nein, das ist echt lieb von dir, aber lass mal. Ich kaufe mir vielleicht mal einen dieser Zweiteiler (Langes Oberteil, Hose und einen passendes Schal/Tuch dazu). Das sieht auch sehr schön aus und das könnte ich evtl. sogar in Deutschland tragen.
Pari (leicht enttäuscht): Nagut. Aber wenn ich dir eins von meinen Bildern schicken, auf denen ich im Sari modelle, dann musst du unbedingt auch ein Foto machen, wenn du so eine indische Kombination trägst und mir schicken.
Ich (mich dareingebend): Versprochen.

pari

Anmerkung: Auch Sumit und Rajesh sind nicht der Meinung, dass Ausländerinnen im Sari albern aussehen, im Gegenteil. Zitat: "Auf einer Messe waren drei Holländerinnen in drei wunderschöne Saris gehüllt für den Standdienst. Und als sie dann nach der Messe über das Messegelände zum Auto liefern, gab es einen richtigen Massenauflauf, so als wären hier ein paar VIP. Das hat echt für Aufsehen gesorgt, denn es sah wirklich toll aus."

Sonntag, 15. Februar 2009

Tanzende Männer

Gestern abend war Ausstellerabend - ein rauschendes Fest mit großem Buffet und natürlich auch Musik zum Abrocken. Es ist klar, dass auf solchen Maschinenmessen Frauen nicht stark vertreten sind. Auf der Tanzfläche jedoch waren wirklich ausschließlich Männer. Ich habe noch nie so ausgelassene, fröhliche, glückliche tanzende Männer gesehen. In Deutschland sind tanzende Männer entweder "cool" und extrem unglücklich. Ich weiß, es gibt Ausnahmen. Aber das gestern abend war echt faszinierend, ich hätte ewig zuschauen können. Hier ein kleiner Film für euch, damit ihr versteht, was ich meine. Enjoy!

dancing-men-video

Kann man sich eigentlich immer anschauen, wenn man schlechte Laune hat.

Durch die Vorhänge gespäht

Wie lebt die indische Mittelklasse? Weiß ich nicht - ich kann nur erzählen, wie Kollege Sumit lebt, der aber auch eher der oberen Mitteklasse angehört. Noida würden wir in unserem Sprachgebrauch als Vorort von Delhi bezeichnen - aber es liegt in einem anderen Staat mit anderer Verwaltung und eigener Jurisdiktion. Das ist auch der Grund, warum Taxis vom Flughafen Delhi nicht bis nach Noida durchfahren dürfen.

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Ok, also Vorort. Das heißt, etwas weniger Verkehr, weniger Lärm, flache Häuser. Meine Pension ist in einem davon, Sumits Wohnung und Büro ein paar Häuser weiter. Er hat zwei Balkone, zwei Schlafzimmer, ein Hobbyzimmer, Küche und Bad sowie ein großes Ess-, Wohn- und Flurzimmer. Seine Tochter ist sechs Monate alt und seine Frau arbeitet derzeit nicht. Sie haben eine Haushaltshilfe und eine Putzfrau - was eine Familiengründung wie in Kinderspiel erscheinen lässt. ;)

Apropos Familie: Elternsein hört hier anscheinend niemals auf. Vater und Mutter kümmern sich um ihren Nachwuchs ein Leben lang. Selbst wenn die Kinder bereis eigene Kids haben ist die Bindung sehr eng - im positiven (füreinander dasein) wie im negativen (Einmischung) Sinn.

Der Traum einer jungen Frau

An unserem Messestand haben wir eine Hostesse beschäftigt. Sie ist 19 Jahre alt, natürlich sehr hübsch und trägt auf unseren Wunsch immer einen schönen Sari. Sie war unsere zweite Wahl, aber die bessere. Wir hatten am Tag vor der Messe auf dem Gelände einen Typen angesprochen, der wohl als, nennen wir es mal Manager, für die die Mädchen auftritt. Er hatte vier dabei und empfahl uns diejenige, die Sumit in Gedanken als erste aussortiert hatte. Ihr Englisch war gut, aber sie schien sehr abwesend. Als wir ihr erklärten, was ihre Aufgaben wären (auf die Leute im 15 qm großen Stand zuzugehen und ihnen einen Kaffee anzubieten, war ihre Antwort mit großen Augen: "You mean, like WALK to them? I thought I would just stand here!" Dann sagten wir ihr, dass sie eventuell auch Sandwiches machen müsste. "MAKE them?" - so als ob es etwas völlig absurdes wäre. Wir sagten schließlich, dass sie wohl andere Vorstellungen vom Hostess-Job hat als wir und dass wir uns nach einer anderen umschauen wollten. Aber dann meinte sie, sie könne sich doch damit arrangieren und ihr Manager bestand auch darauf, dass wir sie nehmen sollten. Sumit und ich hatten beide Bauchschmerzen dabei. Später am Tag kamen dann zwei Mädels zu uns, von denen die eine bereits bei einem anderen deutschen Aussteller engagiert war. Sie wirkten so freundlich und offen, dass wir die zweite, Pari, spontan ansprachen und engagierten. Wir sagten dem Manager per Telefon ab - er rief bis spät in die Nacht immer wieder an, um uns umzustimmen.

Die erste hätte 1500 Rupien, also 24 Euro, am Tag gekostet, von denen sie aber höchstens 450 bis 600 gesehen hätte. Pari bekommt jetzt 1200 von uns, die ihr ganz allein gehören. Hat sie ja auch ganz allein verdient. Ich habe sie gerade gefragt, warum nicht alle Frauen es so wie sie machen und direkt zu den Ausstellern gehen. Sie meinte, dass nicht alle allein einen Job finden und dass viele auch daheim bleiben und von ihrem Manager bei einem Auftrag nur angerufen werden.

Pari jedenfalls war ein Glücksgriff, weil sie sehr offen ist und auch einfach mit anpackt. Das konnte ich mir bei der ersten gar nicht vorstellen. Pari ist noch nicht verheiratet und hat auch keinen Freund - sie will sich erstmal um ihre Karriere kümmern. Sie macht derzeit eine Ausbildung als Flugbegleiterin. Später will sie dann parallel zum Job ihren MBA machen, um dann als Personalleiterin bei derselben Airline zu arbeiten.
"Bis ich das erreicht habe werde ich mich nicht verlieben oder gar heiraten. Völlig ausgeschlossen. Erst mal die Karriere."
"Echt, und wie alt bist du dann, wenn du Personalleiterin bist?"
"Naja, so 25 oder 26 Jahre alt."
"Aha, und du denkst, dass du dich bis dahin nicht verliebst?"
"Ja, klar."
"Und du denkst, dass du das kontrollieren kannst?"
"Natürlich, ich treffe mich einfach nicht mit Männern."
"Ja, aber stell dir vor, dir begegnet einfach ein total netter Typ und du fragst dich dann: Vielleicht ist das der Mann meines Lebens und ich lass ihn jetzt ziehen, nur für meine Karriere."
"Das wird nicht passieren. Und wenn - es gibt so viele einigermaßen nette Männer, da werde ich schon was finden, wenn es soweit ist."
"Und außerdem seid ihr indischen Frauen ja auch total im Vorteil, weil ihr in der Minderheit seid und ihr euch deshalb in Ruhe den besten Mann aussuchen könnt."
(lacht) "Genau!"
"Und, wirst du dann auch weiter arbeiten?"
"Ja, natürlich! Es wäre ja schön blöd, so viel Anstrengung da reinzustecken und dann das Leben am Herd zu verbringen."
"Sehe ich auch so."
"Meine Familie auch. Sie unterstützen mich sehr. Sie sind sogar sehr streng darin und würden mir auch gar nicht erlauben, vorher zu heiraten."

Rothaarige Männer


Ich persönlich finde weiße Strähnen bei schwarzhaarigen Männern recht attraktiv. Hat so was distinguiertes. Die Männer hier scheinen das anders zu sehen. Weißhaarige Männer sind kaum zu sehen - entweder schwarz- oder eben rotschwarzhaarige. Da schwarze Farbe künstlich sei und Henna natürlich ist und als gesund gilt, bekämpfen in die Jahre gekommene Männer die weißen Strähnen mit Henna.

Samstag, 14. Februar 2009

Von Tüchern und freundlichen Gesten

So ziemlich jedes Mal, wenn ich aus dem Auto steige, vergesse ich, dass mein schönes und einziges Halstuch auf dem Schoß liegt. Dann landet es meist auf der Straße. Gestern morgen blieb es wohl unbemerkt dort liegen - großes Wehklagen! Sogar Kollege Sumit suchte mit, aber es war nichts zu machen. Als ich abends bei ihm und seiner Frau zu Besuch war - wir wollten zusammen essen gehen und ich konnte endlich meine mitgeschleppte Weißweinfalsche an den Mann bringen - fragte Sumit sogar nochmal, ob es für mich echt so schlimm war, das Tuch verloren zu haben. Naja, was ist schon schlimm. Ich habe es halt in China gekauft und mochte es gern. "So, then maybe this makes you feel a bit better" - sprachs und überreichte mir ein neues, ebenfalls grünes Halstuch als Geschenk. Supernett, oder? Und am selben Tag! Da verliere ich doch gern ein Erinnerungsstück, wenn es gegen ein noch erinnerungsreicheres, da persönliches, eingetauscht wird.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Delhi, Part 1

Endlich Boden unter den Füßen geht es in Delhi dann ganz schnell. Gepäck, Auto, Fahrt, Pension. Allein. Mit einer Schnake. Wenig Schlaf. Es ist eine private Pension mit fünf Zimmern und der freundlichen Wirtin Hilda. Die Nacht inklusive Frühstück und Internet kostet hier 33 Euro. Nachdem wir heute den ganzen Tag durch die Stadt gegurkt sind und wieder extrem gute und informative Gespräche hatten, bin ich noch allein ein wenig einkaufen gegangen. Und dann das Abendessen von Hilda. Eine Sensation. Ich musste es fotografieren, genau wie auch sonst die Räumlichkeiten hier.
Delhi

Mehr gibt es aus Delhi erstmal nicht - aber diese frischen Fotos wollte ich euch einfach nicht vorenthalten.

Mumbai und Pune

Direkt vom Tempel sind wir dann in den Bus nach Pune gestiegen. Die lange Fahrt wird mit lauten Bollywood-Filmen versüßt, die kein Entkommen zulassen - außer einer sehr angeregten Unterhaltung. In der Mitte eine kurze Rast in einer Hillstation, deren Romantik in der Dunkelheit leider nicht erkennbar war. Aber es sei am Tage sehr romantisch, wie mir Sumit versicherte. Hier der erste Kontakt mit Vadapaws (etwa Wardapao ausgesprochen) - köstliche Bälle aus Kartoffeln, Gemüse, Gewürzen, frittiert, die man in ein Brötchen legt, mit rotem Pulver bestreut und dazu in Salz eingelegte Pepperoni ist. KÖSTLICH!

Zitat aus indischem Mund: "Ohne Vadapaws würde ganz Mumbai zusammenbrechen. Jeder isst jeden Tag mindestens eins!" "Wirklich, nein, du übertreibst, oder?" "Nein, wirklich! Naja, vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber wer ein paar Tage lang keins gegessen hat, ist kein Mumbaier, ganz klar." Die kleine Köstlichkeit kostet 5 Rupien, also 7 CENT und wer wie Sumit die Geheimtipps der Stadt kennt, zahlt sogar nur vier. Dazu gibt es heißen süßen Milchtee, der die Schärfe erträglich macht und eine perfekte Ergänzung im Mund bietet. Rede ich zuviel über Essen?

Ok, Themawechsel: Das Hotel Centurion ist stylisch und sehr empfehlenswert. Die Nacht ist kurz, die nächsten Tage lang und heiß.

Jetzt wird es geschäftlich, der Teil kann von den Nicht-VDMAlern gerne überlesen werden. Die Firmenbesuche zeigen bisher deutlich, dass Indien zwar von der Krise auch betroffen ist, aber nicht so stark wie etwa Europa. Grund: Die inländischen Banken haben nicht solche Probleme wie die unseren und die Exportabhängigkeit ist viel kleiner, da die inländische Nachfrage noch die wichtigere Stütze ist. Wen es wirklich hart getroffen hat sind diejenigen, die sich als Zulieferer jahrelang auf die Autoindustrie fokussiert haben. Dort sind wirklich Einbrüche spürbar, über die auch offen gesprochen wird. Doch in diesen Unternehmen nimmt man die Chance wahr, sich jetzt nach anderen Geschäftsfeldern umzusehen. Bei Tata hingegen scheint von der Krise nicht mehr viel zu spüren zu sein. Im Januar habe es einen deutlichen Einbruch gegeben, aber jetzt wäre man wieder auf Normalniveau. Der Nano wird bald von den Bändern rollen und soll für weiteren Umsatz sorgen.
Spannend ist auch der Unterschied zwischen Unternehmen mit indischer und deutscher Leitung. Wenn ich in Deutschland ein Unternehmen besuche und mit dem Geschäftsführer durch die Hallen laufe, kennt er meistens jeden Arbeiter beim Namen und grüßt sie alle. Das würde ein indischer Chef so gut wie nie tun - und das wird als einer der Gründe genannt, warum deutsche Arbeitgeber in Indien sehr gefragt sind. Das Klima sei einfach anders, die Unterschiede nicht sooo gewaltig zwischen den einzelnen Abteilungen.

Unser Pune-Aufenthalt endet mit der Fahrt zum Flughafen, auf der ich ein paar Bilder schießen kann.
Pune

Am Flughafen dann eine Schlange, die bestimmt 50 Meter lang ist. "Ist das unsere Schlange?" "Oh ja!" Erst beim Nähertreten wird klar, dass das keineswegs die ganze Schlange war, sondern nur eine ihrer vier Windungen und dass das Ende recht schwer auszumachen ist. Erstaunlich ist die Menge an deutschen Geschäftsleuten, die sich in der Schlange und am ganzen Flughafen befinden - wir schätzen, etwa 10% aller Passagiere waren Deutsche. Wir reihen uns in die Schlange ein und warten etwa 45 min, bis auch wir durch die Sicherheitskontrolle dürfen. Puh! Der Flieger hat 20 min Verspätung. Der Flug dauert gut 2h bis nach Delhi - ich bin begeistert von Jet Airways. Bestimmt doppelt so gut wie Lufthansa. Jeder hat seinen eigenen Monitor mit Serien, Filmen, Spielen, Musik usw. Genial. Das Essen ist spitze, also wirklich gutes, indisches Essen, wie auch Sumit bestätigt. Der Service ist extrem freundlich.

Über Delhi kreisen wir dann weitere 20min bis wir endlich die Landeerlaubnis erhalten.

Montag, 9. Februar 2009

"Und, aufgeregt?!"

Wer sieben Wochen nach Indien fährt, wird diese Frage spätestens zwei Wochen vor Abfahrt zwei bis sieben Mal täglich hören. Ich war überhaupt nicht nervös, konnte am Abend vor der Abreise perfekt einschlafen - um am Sonntag mit einem Hubschrauber im Bauch aufzuwachen, dessen Propeller sich schon einige Male um meine Eingeweide gedreht hatte. Ja, jetzt bin ich aufgeregt!

Nach einem glücklicherweise unspektakulären Flug um 2 Uhr nachts in Mumbai angekommen gleich die ersten Vergleiche mit China: Der international Flughafen der indischen Finanzmetropole wird nicht sehr international. Keiner weiß, auf welchem der sechs Bänder sein Koffer rauskommen wird. Es sind nur zwei in Betrieb und nach einiger Zeit wird das zuständige Band über Lautsprecher angesagt. Der Fahrer wartet geduldig vor dem Flughafen und bringt mich zuverlässig zum nahegelegene Hotel. Trotz der späten Stunde sind insgesamt fünf Herren um mich bemüht und helfen mit Gepäck und Einchecken.

Am nächsten Morgen zur Bank, Geld abheben und W-Lan ausprobieren: Alles tadellos. Weniger neugierige Blicke als in China, sehr freundliche Leute, sehr warm, schöne Farben, viel Staub.

Mit Kollege Sumit dann der erste Firmen- gefolgt vom ersten Tempelbesuch. Beides hochinteressant. Im Tempel sind es die westlichen Krishna-Anhänger, die sich am ostentativsten auf den Boden werfen, wie uns beiden auffällt. Ich dachte immer, man bringt Speisen in den Tempel - geht auch, um sie segnen zu lassen. Hier jedoch wurden wir sogar noch gespeist, mit einem köstlichen Reis in Blätterschüsseln. Genial, oder? Während wir uns mit Esspappe abmühen, um unsere Currywurst umweltgerecht zu verspeisen, nimmt man hier große Blätter und trocknet sie als Schüsseln geformt.

Ich habe bisher wenige Fotos gemacht, vor allem am Strand.
Daniela in Indien


Noch ein paar stichwortartige Worte zu Mumbai: Hier boomt das wirtschaftliche Leben und zieht entsprechend alle Schichten aus dem ganzen Land an. Egal, wie arm - wer hier ankommt, findet am nächsten Arbeit. Es mag vielleicht keine schöne Stadt zum Leben sein, aber für die Karriere ist sie toll. Auch scheinen hier die Gegensätze besonders krass, krasser als im übrigen, durchaus ebenfalls gegensätzlichen Indien. Sehr arme Leute leben sprichwörtlich Tür an Tür mit sehr reichen - und kommt miteinander aus. Und es ist wohl die einzige Stadt in Indien, in der man beim Besteigen der TucTucs (Dreiräder zum Befördern von zwei bis acht Personen) NICHT handeln braucht, da nur das zählt, was der Zähler zählt.

Preise:
Persönlicher Fahrer für 8h und 80 km: 900 Rupien (15 Euro)
Bus von Mumbai nach Pune, braucht 2-5h: 250 Rupien (4 Euro)