Donnerstag, 19. Februar 2009
Der Mann unter der Treppe
Das ist etwas, das mich immer noch nachdenklich macht, wenn es mir durch den Kopf zieht. Bei meiner Wirtin Hilda in Noida lebt ein Mann, der mir nachts, wenn ich gegen 12 oder sogar 1 Uhr nach Hause kam (für die Kollegen: Nein, nicht von den wilden Parties, es waren bis auf zwei Treffen mit Sumit und seiner Frau alles geschäftliche Treffen - und die Fahrt von Delhi nach Noida dauert dann eben immer auch nochmal ne Stunde) immer die Tür aufgemacht hat und mir auch morgens oft das Frühstück brachte. Dieser Mann lebt unter der Treppe. Also, was heißt lebt. Er schläft dort eben. Er hat kein eigenes Zimmer und anscheinend auch keine größeren Besitztümer. Hilda sagte mir, dass er schon seit acht Jahren für sie arbeite. Ich habe es Sumit erzählt und ihn um seine Einschätzung gebeten. Er meinte, dass er wahrscheinlich einer dieser Männer sei, die ihre Familie irgendwo entfernt auf dem Land haben, wo sie sehr ärmlich leben. Er ist in die Stadt gezogen und legt jeden Cent zurück, um ihn an die Familie zu schicken. Einmal im Jahr fährt er nach Hause und sieht sie. Sowas kenne ich auch aus China, aber es so vor meinen Augen zu sehen und dieses Deckenlager unter der Treppe, das ist schon sehr real.
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