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Auch ansonsten wird man sehr oft angesprochen, was den Strandaufenthalt nicht zu einem erholsamen Event in unserer Definition werden lässt. Ob wir Schmuck kaufen wollen? Eine Massage? Eine Kokosnuss? Bananen? Selbstgemachtes Eis? Warmes Essen? Ob wir einfach so mal ein paar Rupien locker machen können? Aus welchem Land wir kämen? Ob wir Zeit für ein Interview bzgl. interkultureller Studien hätten? Kamelreiten gefällig? Mehr fällt mir gerade nicht ein. Aber all dies mehrmals am Tag. Das kann nerven, ich sag es euch. Und natürlich geben die guten Leute auch nicht beim ersten Nein auf, sondern man muss seinem Unwillen mehrmals Ausdruck verleihen. Ein zweiter Punkt, der den Meergenuss trübt, sind die indischen Sitten. Wenige können schwimmen, das heißt NIEMAND wagt sich weiter vor als ca. zehn Meter ins Meer hinaus. Hinzu kommt in Puri noch die extrem starke Strömung, die einem wirklich leicht den Boden unter den Füßen wegreißen kann. Insofern ist hier also ein Plantschen und Wellenspringen in sehr naher Ufernähe angesagt. Zum zweiten die Kleidung. Die indischen Frauen gehen ALLE mit kompletten Kleidern ins Wasser. Ob das die Saris sind, die aus fünf Metern Stoff bestehen oder die Dreiteiler. Nichtmal das Tuch davon lassen sie weg, sie gehen in kompletter Montur ins Wasser. Ich weiß gar nicht, was sie danach machen. Gehen sie dann triefend ins Hotel und tropfen dort alles voll? Warten sie so lange in der Sonne, bis sie so halbwegs trocken sind? Keine Ahnung. Die Männer gehen auch fast alle mit halblanger Hose und T-shirt ins Wasser, wir haben nur zwei oder drei Männer insgesamt gesehen, die in Badehosen plantschten. Da kommt man sich in seinem eigentlich braven Badeanzug auf einmal schon recht nackt und unzüchtig vor. Aber ich will nicht meine kompletten Kleider versalzen.
Ansonsten haben wir in Puri die Backpacker-Annehmlichkeiten genossen, die solche Orte, die viele Rucksack-Touristen und Hippies wie uns :) anziehen, mit sich bringen: Morgens Bananen-Schoko-Pancakes, Omlettes, Kaffee, Obst mit Joghurt, Müsli und so weiter. Abends haben wir ein paar Mal das angepriesene SeaFood probiert, aber hatten irgendwie kein Glück und der Fisch hat nicht so berauschend geschmeckt.
Aber selbst in Puri sollte man nicht nur am Strand oder in Cafes rumhängen und Urlaub machen. Schließlich ist im 30 km entfernten Konark der zum Unesco-Weltkulturerbe ernannte Sonnentempel. Dort haben wir uns einen staatlichen Führer geleistet, der uns viel über den Tempel erzählte. Hier ein Auszug aus Wikipedia:
"Die Tempelanlage wurde Mitte des 13. Jahrhunderts unter König Narasimha Deva (1238–1264) gebaut. Der Bau wurde als symbolisches Gespann (Ratha) des Sonnengottes Surya mit sieben Pferden errichtet. Von Surya ist auf der Rückseite noch ein Standbild aus grünem Granit erhalten. An der hohen Sockelzone des Tempels befinden sich 24 große, aus dem Stein gemeißelte Wagenräder, Reste der Zugpferde und eine enorme Vielzahl von detailreichen kleineren Darstellungen. Viele davon stellen Menschen bei sexuellen Handlungen dar."
Der Führer hat uns einiges berichtet über die Entstehungsgeschichte, über Architektur, Tänze und Sex im allgemeinen und im religiösen Kontext. Leider hatten wir beide Probleme, seine Aussprache zu verstehen, insofern ist nicht soooo viel hängen geblieben. Aber ein paar Fotos für euch haben wir natürlich.
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