I did it again. Ich habe es nochmal gewagt nach der letzten unangenehmen Erfahrung. Eine indische Bekannte empfahl mir eine Masseurin, die auch nach Hause kommt. Sie sollte mich gestern von der Arbeit abholen. Als ich das Büro verließ, standen da eine junge und eine ältere Frau in Saris vor der Tür - die jüngere war meine Masseurin, die ihre Mutter mitgebracht hatte. Nagut, dachte ich, sie will wohl sehen, wohin es geht und dass ihre Tochter in Sicherheit ist. Beide begleiten mich also in mein Zimmerchen, das ja wie gesagt durch mehrere Schlösser von der Außenwelt abgeriegelt ist. Dort angekommen stellt sich heraus, dass die Mutter keineswegs gedenkt, uns jetzt allein zu lassen. Als ich ihr versuche zu sagen, dass mir das nicht so recht wäre, beginnt das Problem. Wir haben sowieso sprachliche Probleme: "Mam, my language: Hindi" "And my language is English, sorry!" und können uns nicht wirklich verständigen. Da beide zögern, sage ich: "It is up to you. Come in and have a look or we could also just leave it." Beide schauen sich das Zimmer an und schlagen dann vor, dass die Mutter die Stunde im Dunkeln auf dem Stuhl vor dem Zimmer wartet. Was für mich zwar ok wäre, aber ich mir nicht vorstellen kann, dass es für die Mutter so toll ist. Als ich dann sage, dass ich aber das Gittertor zu- und damit die Mutter und uns einschließen muss, spüre ich erneut Widerstand.
Ich muss dazu sagen - ich rede die ganze Zeit nur über die beiden. Mir selbst war auch keineswegs wohl bei der Sache: Erstens bin ich in dem Zimmer nicht zu Hause, zweitens kenne ich die Frau ja auch nicht, drittens ist Massage sowieso was ziemlich persönliches, viertens ist die Idee einer Home-Massage in einem fremden Zimmer an sich schon seltsam. Ich war also mehrmals kurz davor, das ganze abzublasen - allein der Gedanke an einen Abbruch war schon erleichternd. Dann aber wieder will ich ja alles ausprobieren, was hier üblich ist. Und Massage zu Hause ist üblich. Überall hängen Zettel: Massage in your home, only for Ladies. Und eine Telefonnummer. Ich fragte Sumit schon in Pune danach. Er meinte, Massage sei oft in der Tat ein Deckname für etwas anderes, aber wenn es so explizit nur für Ladies ist, sei es sicher in Ordnung. Das heißt, dass Inderinnen sowas auch in Anspruch nehmen. Deshalb wollte ich das also ausprobieren, auch wenn ich mich unwohl fühlte. "Da musste jetzt durch und zumindest alle Möglichkeiten ausloten", denke ich in solchen Situationen immer.
Nun gut, zurück zur Situation vor meiner Zimmertür. Ich bot der Mutter an, dass sie den Schlüssel für das Schloss auch haben kann, aber auch das wurde nicht enthusiastisch begrüßt. Als rettende Idee kam mir dann, meine Vermieterin, die zumindest Englisch spricht, miteinzubeziehen. Wir klingeln also bei ihr und sie vermittelt in der Tat. Die Mutter darf bei ihr im Wohnzimmer warten und das Schloss übergebe ich ihr auch. Alle sind einigermaßen beruhigt und zufrieden.
Die Massage selbst war ziemlich gut, nur dass sie mich geschlagen hat. Andauernd. Ist das üblich? Also ich wurde das letzte Mal so als kleines Kind versohlt. :) Aber wenn sie mich nicht geschlagen hat, war die Massage ziemlich gut und entspannend. Ich habe ihr dann, weil ich es nicht kleiner hatte, gleich die Bezahlung für eine zweite Massage gegeben und wir sehen uns am Donnerstag wieder. Mal sehen, ob sie dann wieder mit Mama anrückt. :)
Als wir beide dann aus dem Zimmer raustreten, weil ich sie zum Tor bringen wollte, kommen uns die beiden älteren Ladies gerade entgegen, die in bestem Einvernehmen gerade einen gemeinsamen Abendspaziergang gemacht hatten. Die Masseurin entschuldigt sich noch für ihr Zögern am Anfang, woraufhin ich ihr natürlich nur versichern kann, dass es völlig ok und verständlich ist, schließlich kannte sie mich ja nicht.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen