Sonntag, 29. März 2009

Home sweet home

Ich fahre so gerne weg. Entdecke ein winzigkleines Stück von dieser riesigen Welt, lerne neue Menschen kennen, neue Kulturen, neue Gedanken, neue Bräuche. Neue Temperaturen. ;) Ich beobachte, frage, lerne und verstehe natürlich nur Bruchteile von dem, was ich sehe. Aber es macht einen Riesenspaß. Und wisst ihr, was das tollste an diesen Reisen ist? Das Nachhausekommen. Ich bin so gerne in Frankfurt, ich bin so glücklich mit meiner Familie, meinen Freunden, meinem Job, meinem Zuhause und zb auch meinem Chor, dass ich einfach total gerne wieder heimkomme. Und es liegt auch an der Stadt.

Je mehr ich von der Welt sehe, desto dankbarer bin ich zudem für das Leben, was ich in Deutschland haben darf. Es ist wirklich ein großes Glück, hier geboren worden zu sein. Ich denke, jeder meistert sein Leben überall auf der Welt, und wäre ich in Indien als Tochter von Bettlern, Obdachlosen, Slumbewohnern, Hosenbüglern, Teeverkäufern oder von mir aus Bauern und Obstverkäufern geboren worden, hätte wohl ich keine Schul- geschweige denn Universitätsbildung erhalten, würde vielleicht gerade mal lesen und schreiben können, wäre superdünn und würde ganz schön zu kämpfen haben, um mich und meine Familie satt zu bekommen. Aber ich wäre sicherlich auch glücklich - zumindest war das mein Eindruck in Indien und auch in China. Dass Glück auch in den ärmsten Häusern empfunden wird. Dort scheint niemand total verzweifelt ob seiner Lage zu sein und mit dem Schicksal oder Gott deshalb zu hadern. Es ist eine faszinierende Lebenseinstellung, die sicherlich auch mit Religion zu tun hat. Was ich sagen will: Wäre ich in Indien geboren, würde ich das Leben dort so kennen und nichts anderes, könnte ich dort auch glücklich sein. So komme ich aber nur als Beobachter und darf nach ein paar Wochen wieder zu unseren sauberen, hupfreien Straßen zurück, zu den grünen Parks, zur guten Luft (oh ja, in Frankfurt, glaubt mir, ich meine es so!), zu Wäldern, zu gefahrlosen Eiswürfeln und Fruchtsäften, zur Verfügbarkeit sämtlicher denkbarerer Waren, zu einem funktionierenden, meist zuverlässigen Öffentlichen Verkehrssystem, zu Straßen, an deren Rändern eher selten pinkelnde Männer zu sehen sind, zu Bürgersteigen, auf denen man laufen UND gleichzeitig die Leute oder Schaufenster beobachten kann (weil keine unverhofften Abgründe oder Löcher drohen), zu Büchern, Filmen, Musik, Theater, Konzerten, Spieleabenden, Sing-Events (Chiquitita.....) und so weiter. Und dafür bin ich wirklich dankbar.

2 Kommentare:

  1. ausgesprochen lesenswerte und liebenswürdige Gedanken zu einer Heimkehr!

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  2. Hi Dani,

    so ziemlich genauso hab ich mich auch nach meiner "Heimkehr" gefühlt, und ich war ja noch nicht mal in so armen Ländern wie Indien (sondern in Malaysia und Thailand).

    Eigentlich wollte ich nur schreiben, dass ich es soeben geschafft habe, dieses blog hier komplett durchzulesen. Super gemacht, Schwersterherz, und super Fotos!

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