Ich fahre sehr gerne Bahn. Überall auf der Welt bin ich immer beeindruckt, wie gut das funktioniert und wie komfortabel man sich auf Schienen durch ein Land bewegen kann. Auch in China hat mich das System echt begeistert, dort habe ich keinen Zug erlebt, der zu spät war. Das ist in Indien anders, die drei Züge, in denen ich gefahren bin, waren alle mindestens eine halbe Stunde verspätet. Aber das finde ich nicht schlimm. Was ich jedoch fatalerweise unterschätzt habe, war die Vorbereitungszeit. Man kann hier nicht einfach so in einen Zug hüpfen. Auch nicht übermorgen. Schon gar nicht, wenn es eine Nachtfahrt ist und man eine Liege braucht. Wer das will, muss sich mindestens, wirklich allermindestens zwei Wochen vorher festlegen. Das sagte mir Rajesh zwar auch, auch eine Deutsche, die hier lebt, wies mich darauf hin. Ich hörte es, glaubte es und dachte aber dennoch, wird schon irgendwie klappen. Ich kümmere mich um meinen Urlaubstripp nach Darjeeling und Puri, wenn ich in Kolkata angekommen bin.
Letzten Freitag, also am 27.2. war kein einziger Platz mehr für irgendeinen Zug gen Darjeeling am 9.3. zu bekommen. Nichts zu machen. Am 10. habe ich dann noch zwei Betten gefunden von insgesamt noch drei verfügbaren. Ein Blick auf den zweiten Teil der Tour gen Puri offenbarte, dass auch dort die Züge - wir reden hier vom 20.3. - völlig ausgebucht sind. Seufz. Menno. An für uns nicht ganz optimalen Daten habe ich jetzt noch Plätze gefunden, zwei Fahren davon in der ersten Klasse, weil da eben noch was frei war. Das Internetportal der indischen Bahn ist super, nur dass man sich auch registrieren muss, wenn man nur eine Verbindung nachschauen will. Und ich kann leider keine Online-Tickets buchen, weil man dazu eine indische Kreditkarte braucht. Ich muss mir also einen Zug raussuchen, dessen Verfügbarkeit prüfen und dann ein Blatt wie dieses ausfüllen.

Damit tigere ich dann zu einem "Computerized Booking Office", stelle mich in die lange Schlange und kaufe die Tickets.
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