Sonntag, 1. März 2009

Entdeckungsreise in Kolkata: Die Metro

Gestern war Samstag und ich bin losgezogen, um Kalkuta kennen zu lernen. Ich habe es mir in Google Maps angeschaut und den kürzesten Weg zur nächsten Metro (30 min Autofahrt), es gibt nur eine Metrolinie bisher, rausgesucht. Bin ins Taxi gesprungen und dorthin gefahren. Am Metroeingang wurde ich mit den beruhigenden, grün blinkenden Worten begrüßt: "Metroservice available". Die Station selbst war sehr schäbig, die steinernen Treppen schon mehrere Zentimeter tief abgelaufen von den tausenden von Menschen, die hier seit 1984 tagaus, tagein hoch- und runterlaufen.
Das teuerste Ticket für die längste Strecke kostet 8 Rupien, also 13 Cent. Am Bahnsteig ist es recht dunkel. Überall stehen große, unheimliche Ventilatoren rum, die für ein wenig Luftbewegung sorgen. Ein Fernseher überträgt ein Fußballspiel, was mit Interesse verfolgt wird. Dann fährt sie ein. Sie ist voll. Sehr voll. So voll, dass "voll" in seiner Wortbedeutung nicht ausreicht.
Aber wir wollen alle auch noch rein. Yipieh! Auf in die Schlacht! Ein Schubsen und Drängen geht los, was man echt erlebt haben muss. Und dann gehen die Türen zu. Irgendwie. Und wieder auf. Und wieder zu. Etwa dreimal macht der Fahrer dieses Spiel, vielleicht war an anderer Stelle jemand eingeklemmt. Als sich die Bahn ächzend in Bewegung setzt, bin ich froh, dass ich das Glück habe, direkt an einer Frau zu kleben. Also so richtig, ganzer Körper an ganzem Körper. Die folgenden Stationen wird es nicht viel besser, aber irgendwann dann steigt doch ein nennenswerter Teil aus, ein paar Stationen später sogar so viele, dass ich mich setzen kann und erstmals das Schild über den Bänken entdecke: "Ladies". Sehr nett, zumindest sitzen kann man in der U-Bahn als Frau recht unbehelligt. Fotografieren ist leider verboten, deshalb muss euch meine Beschreibung reichen.

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